Das gehört zusammen: MRF & IPR
11.06.2026, 08:15 Uhr
Neu entwickeltes Indoor-System halbiert die Kultivierungszeit und senkt Kosten bei gleichbleibend hoher Qualität.
Rund 150 Millionen Basilikum-Topfpflanzen werden Jahr für Jahr allein in der DACH-Region erzeugt. Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Die Produktion von Topfkräutern, Jungpflanzen und Lebensmitteln ist ein langfristig wachsender Markt mit entsprechend großem Potenzial. Und genauso großen Herausforderungen – von schwankender Qualität über hohen Energieeinsatz bis hin zu steigenden Betriebskosten durch Beheizung und Belichtung. Hier kommt das im Jahr 2012 gegründete Schrunser Unternehmen SANlight ins Spiel.
Die Schrunser fertigen LED-Leuchten für den Einsatz im professionellen Gartenbau sowie im Heim- und Hobbybereich“, erklärt Geschäftsführer Martin Anker. Die Firma baut ihren Geschäftserfolg auf eine besondere Kombination, nämlich Erfahrung im Gartenbau sowie tiefgreifendes Know-how in den Bereichen Photonik und Halbleitertechnik, die in die Entwicklung der Produkte einfließt. SANlight hat sich seit der Gründung ständig weiterentwickelt. Gerade wurde ein Produkt des Vorarlberger Unternehmens bei einem Test von 29 Pflanzenlampen der renommierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zum besten Produkt gewählt.
Nun geht SANlight mit dem Spin-off SANlight PPS (Plant Production System) einen weiteren Innovationsschritt. Das Unternehmen selbst spricht von einer Revolution in der Pflanzenproduktion. Ziel ist es, so Geschäftsführer Anker, die Pflanzenproduktion unabhängig von äußeren Einflüssen zu machen und gleichzeitig Effizienz, Qualität und Planbarkeit zu erhöhen. Das Herz der Innovation „made in Schruns“ ist die sogenannte Plant Production Cell (PPC) – eine skalierbare Indoor-Produktionszelle, in der alle wachstumsrelevanten Parameter präzise gesteuert werden. Auf nur 18 Quadratmetern können in der kleinsten Version des PPC knapp über 2000 Topfpflanzen – wie z. B. Basilikum – produziert werden.
Die Vorteile sind deutlich: Die Kultivierungszeit lässt sich um bis zu 50 Prozent reduzieren, wodurch die Produktionskosten im Vergleich zu klassischen Gewächshäusern sinken. Gleichzeitig bleibt die Qualität der Pflanzen ganzjährig konstant hoch – unabhängig von Jahreszeit oder klimatischen Bedingungen.
Die Kombination aus hocheffizienter LED-Technologie, innovativer Kältetechnik und smarter Regelungstechnik ermögliche einen sehr niedrigen Energieverbrauch bei gleichzeitig äußerst effizienter Flächennutzung, verspricht das Montafoner Unternehmen, das Anker noch in seiner Zeit als Student der FH Vorarlberg gegründet hat. Die Vorteile seien deutlich, so Anker: Die Kultivierungszeit lässt sich um bis zu 50 Prozent reduzieren, wodurch die Produktionskosten im Vergleich zu klassischen Gewächshäusern sinken. Gleichzeitig bleibt die Qualität der Pflanzen ganzjährig konstant hoch – unabhängig von Jahreszeit oder klimatischen Bedingungen. Auch die Planbarkeit steige: Erntezeitpunkte können bereits bei der Aussaat exakt an die Nachfrage angepasst werden.
Interne Tests mit einem Vorserienprodukt bestätigen das Potenzial der Technologie. Aktuell sucht SANlight Investoren, um die Plant Production Cell zur Marktreife zu bringen. Parallel wurde das Projekt außerdem beim europäischen Förderprogramm Horizon eingereicht, um zusätzliche Entwicklungsmittel zu sichern. Neben dem klassischen Erwerbsgartenbau richtet sich das System auch an Start-ups im Bereich Vertical Farming sowie an Forschungseinrichtungen und Universitäten. „Die Daten aus unserer langjährigen Forschung sowie unsere Erfahrung im Gartenbau haben es ermöglicht, dieses System zu entwickeln und neue Maßstäbe zu setzen“, so Martin Anker. SANlight ist seit der Gründung kontinuierlich gewachsen und beschäftigt rund 35 Mitarbeiter. Entwickelt und produziert wird in Schruns – der Vertrieb von SANlight-Produkten erfolgt über fast 400 Partnerhändler in Europa, Asien und Australien. In den USA wurde 2023 eine eigene Niederlassung in Florida eröffnet.
Fotos: © SANlight | © studioWälder