Vorarlberger Innovationsbericht 2026

02.06.2026, 12:15 Uhr

Innovation ist ein wesentlicher Treiber für Vorarlbergs langfristige Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung. Das verdeutlicht auch der Vorarlberger Innovationsbericht 2026, den die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) bereits zum vierten Mal veröffentlicht.

Metriqa

Darin enthalten sind einerseits das Innovationsbarometer – eine repräsentative Unternehmensbefragung* und ein aktuelles Stimmungsbild zu Innovations- und Forschungsaktivitäten, Wettbewerbsfähigkeit, Qualifizierung, Finanzierung, Forschungsförderungen sowie zur Bewertung des Vorarlberger Innovationsökosystems. Andererseits sind Forschungskennzahlen, Angebote und News aus der überbetrieblichen Forschung sowie erstmalig auch Fachbeiträge zu aktuellen Themen im Innovationsbericht 2026 nachzulesen.

Die Ergebnisse des Innovationsbarometers zeichnen ein Bild einer Wirtschaft, die stark im internationalen Wettbewerb steht: Die F&E-Ausgaben der Unternehmen sind stabil bis steigend, und für einen Großteil der Betriebe ist Innovation ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Gleichzeitig bremsen marktbedingte Unsicherheiten, fehlende finanzielle und personelle Ressourcen sowie hoher Qualifizierungsbedarf – insbesondere in den Bereichen technisches Fachwissen, digitale Skills sowie im Projekt- und Innovationsmanagement – die Innovationsaktivitäten vieler Unternehmen.

Zentrale Erkenntnisse des Innovationsberichts

  • Innovation ist für Vorarlberger Unternehmen ein zentraler Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb.
  • 81 % bewerten eigenbetriebliche Innovation als sehr bedeutsam für Unternehmens- und Markterfolg.
  • Die F&E-Ausgaben bleiben stabil bis steigend; nur wenige Unternehmen planen Einsparungen.
  • KI ist mit 70 % Zustimmung das dominierende Zukunftsthema für Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.
  • Mit Cyber Security, Smart Products, Smart Manufacturing, Softwareengineering, Sensorik/Computer Vision und Robotik folgen weitere digitale Technologie- und Forschungsbereiche unter den wichtigsten Zukunftsthemen.
  • Weiterbildungsbedarf besteht vor allem bei technischem Fachwissen, Digitalisierung, Innovationsmanagement und Projektmanagement.
  • Der Bedarf an F&E-Fachkräften und Weiterbildung bleibt trotz Unsicherheiten gegeben: 37 % suchen derzeit Verstärkung, 42 % haben in den nächsten 12 Monaten keinen zusätzlichen Personalbedarf, 21 % eventuell.
  • Kooperationen gewinnen weiter an Bedeutung: 77 % setzen im Innovationsprozess auf ausgewählte externe Partnerschaften, vor allem mit anderen Unternehmen, aber auch mit externen Forschungsinstitutionen.
  • Marktunsicherheiten, fehlende Ressourcen und Finanzierungslücken bremsen F&E-Aktivitäten.
  • Forschungs- und Innovationsförderungen bleiben wichtige Impulse für betriebliche Entwicklungsprojekte, werden jedoch teilweise als administrativ herausfordernd empfunden.
  • Der Forschungsoutput der sechs überbetrieblichen Institute stieg von 12,3 Mio. Euro im Jahr 2024 auf rund 13 Mio. Euro im Jahr 2025; zugleich wuchs die Zahl der Forschenden am Standort von 117 auf 129 Vollzeitäquivalente.

Für die WISTO liefert der Bericht wichtige Impulse. Geschäftsführer Jimmy Heinzl betont: „Mit dem Innovationsbericht gewinnen wir wertvolle Einblicke in die Innovations- und Forschungsaktivitäten der Vorarlberger Unternehmen sowie in ihre konkreten Bedürfnisse. Diese Erkenntnisse helfen uns, Unternehmen am Standort künftig noch gezielter zu unterstützen.“

Metriqa: Einblicke aus der Praxis

Wie diese Unterstützung in der Praxis wirken kann, zeigt das junge Start-up Metriqa. Das Dornbirner Unternehmen entwickelt eine Plattform, die die Performance von Unternehmen, Städten und Institutionen auf Knopfdruck analysiert und mit international wählbaren Marktbegleitern vergleicht. Ziel der datenbasierten SaaS-Lösung ist es, digitale und finanzielle Leistungsdaten nicht nur in einzelnen Systemen zu erfassen, sondern vergleichbar, objektiv und entscheidungsrelevant aufzubereiten. „Aktuell werden viele Parameter häufig isoliert betrachtet – ohne systematischen Vergleichsrahmen und ohne klare Priorisierung für Städte, Organisationen oder Unternehmen“, erläutert Mitgründerin Noa Fröwis. Das Start-up erhielt eine Basisprogramm-Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in Höhe von 100.000 Euro, zusätzlich ist Metriqa Teil des First Incubator der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) – beides Programme für Projekte mit hohem Innovationsgrad und klarem Entwicklungspotenzial.

Metriqa
Clemens Fröwis | CEO & Founder, Metriqa & AM BRAND

„Die FFG-Zusage ist für uns weit mehr als eine finanzielle Unterstützung – sie ist eine klare Bestätigung dafür, dass wir mit Metriqa technologisches Neuland betreten und echtes Innovationspotenzial schaffen. Ein besonderer Dank gilt dabei auch der WISTO, die uns von Anfang an hervorragend begleitet hat – von der Orientierung im Förderdschungel bis zur konkreten Antragstellung.“

WISTO – der One-Stop-Shop für Unternehmen

Als zentraler Innovationspartner begleitet die WISTO Unternehmen kostenfrei entlang des gesamten Innovationsprozesses – von Fördermöglichkeiten und Antragstellung über den Schutz von Geschäftsideen bis zur Suche nach passenden Kooperationspartnern. Alle WISTO-Services im Überblick >

*Repräsentatives Sample
Für das Innovationsbarometer 2026 wurden 57 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen befragt. Der KMU-Anteil lag bei 60 Prozent. Vertreten waren vor allem mittelgroße bis große Unternehmen, technologieorientierte Spezialanbieter sowie Start-ups aus zentralen Vorarlberger Schlüsselbranchen wie Maschinenbau, Elektronik, Elektrotechnik, Informatik, Mechatronik und Metallverarbeitung.

Fotos: (c)Metriqa | Frederick Sams | (c)Broell Fotografie