ESG Nachhaltigkeits-Check: Gantner Instruments
26.05.2026, 08:28 Uhr
In unserer aktuellen VN-Serie „Forschungskompetenzen nutzen“ zeigen Vorarlberger Forschungseinrichtungen ihr Leistungsspektrum als starker Partner für die regionale Wirtschaft und heimische Unternehmen auf. Forschungseinrichtungen erarbeiten nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern sichern die Wettbewerbsfähigkeit, indem sie Innovationen und den Technologietransfer in die Wirtschaft fördern. Den Auftakt macht das international stark vernetzte Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn.
Das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck und weitere Institute erarbeiten neue Lösungen.
Innovation entsteht dort, wo Forschung und Praxis zusammenwirken. Gerade regionale Forschungseinrichtungen sind dabei wertvolle Partner für Vorarlbergs Unternehmen. Die nun startende Serie zeigt, wie sich diese Zusammenarbeit gestaltet und welche marktfähigen Anwendungen daraus entstehen können.
Gesamte Textilbranche
Bereits seit vielen Jahren steht das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck mit Sitz in Dornbirn beispielhaft dafür, wie akademische Forschungsexzellenz und unternehmerische Praxis erfolgreich ineinandergreifen. Das Forschungsinstitut ermöglicht heimischen
Unternehmen und Einrichtungen den unmittelbaren Zugang zu universitärer Spitzenforschung in den Bereichen Textil-, Faser- und Polymerchemie. So entstanden Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit vielen Textil- und Bekleidungsunternehmen in Vorarlberg.
Unsere Forschungsthemen entstehen häufig aus Anfragen von Unternehmen und gemeinsamer Diskussion möglicher Lösungsansätze. Ein wesentlicher Fokus der kooperativen Forschung liegt somit in der Überführung und Verwertung der Resultate in der Wirtschaft.
Beispiel REZI
Die Zusammenarbeit mit der REZI Microfaserprodukte GmbH zeigt dies eindrucksvoll. Gemeinsam wurden etwa antimikrobielle Hygienetücher sowie ein Funktionsgestrick aus Polymilchsäure, ein vollständig biologisch abbaubares Material, entwickelt. Patrick Bertsch, Geschäftsführer bei REZI, ist von der seit vielen Jahren bestehenden Zusammenarbeit überzeugt:
Der Austausch mit den Forschenden eröffnet uns immer wieder neue Blickwinkel auf bestehende Produkte und zukünftige Marktpotenziale. Besonders wertvoll ist dabei die Fähigkeit des Instituts, Forschung praxisnah und innovationsorientiert in wirtschaftlich relevante Lösungen zu übersetzen. Die gemeinsamen Projekte im Rahmen von FFG-Förderungen und Innovationsschecks haben nicht nur zu neuen Produkten, sondern auch zu einem Patent geführt.
Die Vernetzung mit Vorarlberger Einrichtungen reicht jedoch viel weiter. So wurde gemeinsam mit der Juppenwerkstatt in Riefensberg an den Verfahrensgrundlagen der traditionellen Herstellung der Wälder Juppe geforscht und mit dem Museum Bezau die Zusammensetzung der Stempelfarbe bei der Musterzeichnung für das Handsticken untersucht.
Zahlreiche Ausgründungen
Die Erfolge ehemaliger Forscherinnen und Absolventen des Instituts haben in den letzten Jahren auch zu zahlreichen Spin-offs in den Bereichen naturnahe, funktionale und technische Textilprodukte geführt. Erfolgreiches Beispiel ist Texible, das sich mit seinen Produkten eine technologisch führende Position erarbeitet hat. Verschiedenste Techniken zur Kombination elektrisch leitender Materialien mit Textilien wurden bis zur Produktreife weiterentwickelt und werden heute zur Herstellung zahlreicher Produkte eingesetzt – etwa für Sensortextilien, zur Druckmessung oder für Sicherheitsbekleidung. Im jungen Unternehmen „mamba“ werden außerdem komplett neue Werkstoffkonzepte für Skifelle entwickelt. Dabei ersetzen flexible Schuppenstrukturen konventionelle Skifelle, was zu besseren Hafteigenschaften beim Anstieg und geringerer Reibung beim Gleiten führt. Auch die im Spin-off „piColor“ entwickelten pflanzenbasierten Siebdruckfarben ohne Plastik gehen auf Forschungsarbeiten des Instituts zurück.
Kompetenzfeld Lebensmittel
Aufbauend auf den erfolgreichen Aktivitäten wurde zudem eine Forschungsgruppe im Bereich Lebensmittelchemie und -technologie eingerichtet. In den vergangenen Jahren wurden dabei insbesondere in den Bereichen pflanzliche Proteine, Verpackung und funktionale Extrakte gezielt Kompetenzen aufgebaut. Kooperiert wird dabei unter anderem mit Rupp Austria, aber auch überregional, etwa mit der Sant‘Orsola Società Cooperativa Agricola sowie der Fondazione Agrifood & Bioeconomy in Italien.
Mit derzeit 20 Mitarbeitenden ist das Forschungsinstitut international stark vernetzt und an mehreren Forschungsprojekten in den Bereichen fortschrittliche Materialien, Energie und Nachhaltigkeit beteiligt. „Die direkte Anbindung an akademische Forschung auf höchstem Niveau verschafft den hier ansässigen Unternehmen wichtige Impulse und stärkt den Standort Vorarlberg“, so Tung Pham abschließend.
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