Das war die Lange Nacht der Forschung 2026

27.04.2026, 10:26 Uhr

5.300 Besucher*innen verwandelten die „Lange Nacht der Forschung“ (LNF) in ein Fest der Wissenschaft. An 9 Standorten in Dornbirn und Lustenau wurden komplexe Algorithmen, nachhaltige Energielösungen und innovative Durchbrüche zum Greifen nah.

Lange Nacht der Forschung | (c) Matthias Rgomberg . fotograf

Ein Land im Entdeckermodus

Von den Laboren und Räumlichkeiten der FHV bis hin zu den Innovationszentren internationaler Marktführer wie Doppelmayr, HENN und Blum – in den 6 Stunden von 17 bis 23 Uhr blieben keine Fragen offen.

FHV-Forschungsleiter Markus Preißinger | ©Nina Bröll
FHV-Forschungsleiter Markus Preißinger | ©Nina Bröll

„Die Lange Nacht der Forschung bietet uns die besondere Gelegenheit, wissenschaftliche Arbeit für die Menschen sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Der direkte Austausch mit den Besucher*innen hat gezeigt, wie Forschung Neugier weckt, neue Perspektiven eröffnet und lebendig wird“, fasst Markus Preißinger, Forschungsleiter der FHV, den Abend zusammen.

An der FHV konnten Jung und Alt an insgesamt 30 interaktiven Stationen zentrale Zukunftsthemen wie Digitalisierung und KI, Umwelt, Energie und nachhaltige Mobilität, aber auch Technik, Gesundheit und gesellschaftlichen Wandel entdecken. Ein Beispiel dafür war eine Station am Forschungszentrum Mikrotechnik. Stefan Partel, langjähriger Wissenschaftler an der FHV, erklärt: „Wir arbeiten in einem interdisziplinären Team an Projekten mit wissenschaftlicher Tiefe und hoher Praxisrelevanz – und genau das haben wir an diesem Abend gezeigt. An einer unserer Stationen wurde ein von uns entwickelter, winziger Sensorchip zum Gewässer‑Detektiv: Er misst Temperatur, pH‑Wert und Sauerstoffgehalt und gibt in Echtzeit preis, wie Umweltbedingungen und Pflanzenaktivität zusammenhängen. So konnten wir komplexe Forschungsprozesse für ein breites Publikum unmittelbar erlebbar machen.“

Jung und Alt auf Augenhöhe

LNF-Projektleiterin Konstanze Vetter, WISTO | ©Nina Bröll
Projektleiterin Konstanze Vetter, WISTO | ©Nina Bröll

„480 Forschende haben vorgelebt, wie viel Leidenschaft in ihrer Arbeit steckt. Sie haben es geschafft, ihre Projekte so anschaulich aufzubereiten, dass der Funke sofort übergesprungen ist. Wenn komplexe Systeme plötzlich für 5-Jährige genauso wie für 70-Jährige logisch und greifbar werden, entsteht echte Begeisterung. Genau dieser Austausch macht die Forschung in Vorarlberg nahbar und lebendig“, resümiert Projektleiterin Konstanze Vetter (Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH).

Besonders beeindruckend war der Ansturm der jungen Generation: Rund 40 % der Besucher*innen waren Kinder und Jugendliche, die mit leuchtenden Augen ihre ersten eigenen Experimente durchführten. „Es geht nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, sondern Begeisterung zu entfachen. Wenn jemand heute Abend beschließt, sich mehr mit Themen der Wissenschaft, Forschung, MINT-Gebiete zu befassen, haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht“, so Vetter weiter.

Einzigartig ist in Vorarlberg auch die Vielfalt der angebotenen Themen und Forschungsbereiche. Für jedes Interesse ist etwas mit dabei: von breiten Themen wie Naturwissenschaften bis hin zu spezifischer Drohnen-Abwehrtechnik, exklusive Kaffee-Röstungstechniken und die Entwicklung von flammhemmenden 3D-Druck-Filamenten.

Im internationalen Ropeway Training Center von Doppelmayr in Dornbirn entdecken die Nachwuchsforschenden, wie stark man sein muss, um eine Seilbahn zu bauen und damit das physikalische Prinzip des Flaschenzugs. Stolz zeigten die Kleinsten, wie sie durch Kraftwandlung auf einmal mit Leichtigkeit 40 kg anheben. Mittels Virtual Reality durfte auch Jede*r gefahrlos das Schweißen ausprobieren und zudem entdecken, wie eine Seilbahn überhaupt gesteuert wird. Bei Stationen wie diesen wurde klar, wie wissenschaftliche Grundlagen und moderne Technologien in unserem Alltag oft ganz unbemerkt zum Einsatz kommt.

Die Highlights des Abends

  • KI zum Anfassen: An der FHV erlebten Besucher*innen live, wie künstliche Intelligenz lernt, denkt, agiert und wo sie stockt
  • Rundreise durch die Galaxie: In 8 Mitmachstationen wurde der Weltraum aus sehr unterschiedlichen Perspektiven entdeckt: wie er riecht, wie die hintersten Ecken aussehen, welche Anforderungen er an Produkte stellt uvm.
  • Roboter-Ballett: Die Präzision modernster Fertigungsroboter faszinierte Technik-Fans in den Werkhallen von Eberle Automatische Systeme.
  • PechaKucha Night: Das kurzweilige Präsentationsformat des designforum Vorarlbergs inspirierte mit innovativen Projektideen und Visionen aus den unterschiedlichsten Bereichen, von Sundaydance über die inatura bis zum werkraum Bregenzerwald
  • Strahlkraft Forschung: Der UV-Leuchtturm der inatura zog nicht nur Groß und Klein in den inatura Park, sondern auch jede Menge Nachtfalter zum Entdecken
  • Fit für Gold: Das Olympiazentrum Vorarlberg teilte mit Besucher*innen jeden Alters die Erfolgsgeheimnisse auf dem Weg zu olympischem Gold.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Besucher*innen gesamt: 5.300
  • Stationen: 110 interaktive Experimente
  • Beteiligte Forscher*innen: 480 Expert*innen vor Ort
  • Beliebteste Themen: Technik, Natur, Sport und Gesundheit, Weltraum

Wirtschaftsfaktor Innovation

Die Lange Nacht der Forschung ist für den Standort Vorarlberg mehr als ein Event. Sie ist die Leistungsschau einer Region, die im globalen Wettbewerb durch Köpfe und Kreativität punktet. Die enge Verzahnung von Wissenschaft und regionaler Wirtschaft wurde an jedem Standort spürbar. Viele Projekte werden im Verbund zwischen Bildungseinrichtungen, Forschungszentren und Unternehmen gestemmt. Diese Synergien sichern nicht nur Arbeitsplätze, sondern garantieren auch, dass die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses am Puls der Zeit bleibt.

Bernhard Ölz, Vorstand PRISMA Unternehmensgruppe | ©Angela Lamprecht
Bernhard Ölz, Vorstand PRISMA Unternehmensgruppe | ©Angela Lamprecht

„Die Lange Nacht der Forschung macht Zukunftsfähigkeit konkret erlebbar: Wenn Neugier auf Wissenschaft, Forschung und Technik trifft, dann entstehen Begeisterung und Inspiration. Als Partner und Mitorganisator freuen wir uns, gerade jungen Menschen lebendige und vielfältige Perspektiven mitgeben zu können“ erklärt DI Bernhard Ölz, Vorstand PRISMA Unternehmensgruppe.

Weitere Details

Übersicht Standorte

9 Standorte in Dornbirn und Lustenau werden bespielt:

Dornbirn

  •       CAMPUS V – FHV – University of Applied Sciences: 30 Stationen
  •       CAMPUS V – Stadtstraße 33: 6 Stationen
  •       CAMPUS V – Hintere Achmühlerstraße 1, 1b: 26 Stationen
  •       Inatura Erlebnis Naturschau: 8 Stationen
  •       Doppelmayr Training Center: 5 Stationen
  •       Steinebach (F.M. Hämmerle): 7 Stationen
  •       Eberle Automatische Systeme: 8 Stationen
  •       Olympiazentrum Vorarlberg: 12 Stationen

Lustenau

  •       Betriebsgebiet Heitere, Lustenau: 8 Stationen

LNF26 Ausstellende

Insgesamt 44 Organisationen gaben bei der #LNF26 Einblicke in ihre spannende Arbeit.

  1. Abteilung Wasserwirtschaft, Amt der Vorarlberger Landesregierung
  2. Accurision GmbH
  3. aks gesundheit GmbH
  4. ALPLA
  5. Andres Kaffeemanufaktur
  6. apodemus – Privates Institut für Wildtierbiologie
  7. Astronom Thomas Schnur
  8. Collini
  9. Convention Partner Vorarlberg in Kooperation mit micelab:bodensee
  10.  designforum Vorarlberg
  11.  Digital Factory Vorarlberg (DFV)
  12.  Doppelmayr Seilbahnen
  13.  Eberle Automatische Systeme
  14.  Extrudr (FD3D)
  15.  FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences
  16.  Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik
  17.  gbd LAB Prüf | Technologie | Ausbildungszentrum
  18.  Henkel Sonderhoff
  19.  HENN
  20.  Hirschmann Automotive
  21.  illwerke vkw
  22.  inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn
  23.  Julius Blum
  24.  Landesamt für Vermessung und Geoinformation
  25.  Lehre in Vorarlberg
  26.  Lustenauer Senf
  27.  Marke Vorarlberg mit Bezauer WirtschaftsSchulen
  28.  MINT Vorarlberg
  29.  Naturpark Nagelfluhkette
  30.  Olympiazentrum Vorarlberg
  31.  Österreichisches Weltraum Forum (ÖWF)
  32.  Photeon Technologies
  33.  piColor
  34.  Public Space Pop-Up Planetarium
  35.  Regionsmanagement Europaschutzgebiete Vorarlberg
  36.  Sightseeing im Universum
  37.  Stadtbibliothek Dornbirn
  38.  Startup Vorarlberg
  39.  Thomas Zimmermann GmbH
  40.  Viel-Falter Monitoring, Institut für Ökologie der Universität Innsbruck
  41.  VIVIT – Molekularbiologisches Labor
  42.  vorarlberg museum
  43.  Wirtschafts-Standort Vorarlberg (WISTO)
  44.  Zahnarztpraxis Dr. Klien / Dr. Mangold

Übersicht Themenbereiche

  • Robotik
  • Künstliche Intelligenz
  • Astronomie
  • Sportwissenschaften
  • Medizin und Gesundheit
  • Technik (Seilbahnen, Fahrzeuge, Fertigung, uvm.)
  • Elektrotechnik und Sensorik
  • Biologie
  • Textilforschung und -druck
  • Materialwissenschaften und Oberflächentechnik
  • Energie
  • 3D Druck
  • 5 Sinne
  • Virtual Reality und Hologramme
  • Sozialwissenschaften
  • Geoinformation
  • Mikrochips

Fotos: © Matthias Rhomberg . fotograf