secure-galvano-ai: KI gegen Ausschuss

07.08.2026, 13:22 Uhr

Das Vorarlberger Startup secure-galvano-ai entwickelt eine KI-gestützte Software, die Produktionsprozesse in der Galvanik überwacht, Fehler frühzeitig erkennt und Ausschuss reduziert.

secure galvan ai

KI gegen Ausschuss

Wie das Vorarlberger Startup secure galvano ai Galvanikbetriebe effizienter und nachhaltiger macht.

Ein kleines Metallbauteil kann für Unternehmen enorme Folgen haben: Blättert die hauchdünne Schutzschicht einer Schraube, Bremsleitung oder eines Steckkontakts erst beim Kunden ab, drohen Reklamationen und im schlimmsten Fall millionenschwere Rückholaktionen. Genau hier setzt das Vorarlberger Startup secure galvano ai an: Das in Alberschwende ansässige Unternehmen entwickelt KI-gestützte Software, die Produktionsprozesse in der Galvanik anhand vorhandener Sensordaten analysiert, Fehlerursachen frühzeitig identifiziert und so Ausschuss, Reklamationen und unnötige Kosten reduziert.

secure galvan ai, Stefan Maier, bei Startup Vorarlberg Demo Day (c) DEMAKO
Stefan Maier, Gründer secure galvano ai

Unser Ziel ist es, Galvanikbetrieben einen geringeren Ausschuss, weniger Ressourcenverbrauch und mehr Prozesssicherheit zu ermöglichen – mit einer Lösung, die im Betriebsalltag echten Mehrwert schafft.

KI erkennt, was herkömmliche Systeme übersehen

Während klassische Überwachungssysteme jeden Messwert einzeln auswerten, analysiert die Software von secure galvano ai das Zusammenspiel hunderter Parameter gleichzeitig. Denn häufig liegen alle Einzelwerte im grünen Bereich – erst ihre Kombination führt zu Qualitätsproblemen. Mithilfe von Machine Learning erkennt das System solche Muster frühzeitig, lokalisiert die Ursache und reduziert Millionen von Messwerten auf wenige aussagekräftige Hinweise. Die Daten verbleiben dabei vollständig im Unternehmen und werden direkt auf den Systemen des Kunden ausgewertet. „Unser Ziel ist es, Galvanikbetrieben einen geringeren Ausschuss, weniger Ressourcenverbrauch und mehr Prozesssicherheit zu ermöglichen – mit einer Lösung, die im Betriebsalltag echten Mehrwert schafft“, sagt Gründer Stefan Maier, selbst gelernter Oberflächentechniker und studierter Physiker. Die Einführung erfolgt bewusst praxisnah: Gemeinsam mit den Betrieben identifiziert secure galvano ai zunächst jene Bereiche, in denen der größte wirtschaftliche Nutzen erzielt werden kann. Anschließend wird die Software schrittweise eingeführt – von der nachträglichen Fehleranalyse über die Echtzeiterkennung bis hin zur Vorhersage möglicher Qualitätsabweichungen. So profitieren die Unternehmen bereits nach kurzer Zeit von messbaren Verbesserungen.

secure galvan ai

Rückenwind für den Markteintritt

Auf dem Weg in den Markt wird secure galvano ai vom Inkubationsprogramm Startup Vorarlberg begleitet sowie vom Förderprogramm „aws Digitalisierung – AI-Adoption Green“ der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Darüber hinaus wurde die Lösung vom TÜV Austria geprüft. „Startup Vorarlberg bringt genau das ein, was einem als technischem Gründer oft fehlt: einen Blick von außen, wertvolles Feedback und ein Netzwerk, das man sich sonst über viele Jahre aufbauen müsste. Gerade in den Bereichen Vertrieb, Verträge und Unternehmensentwicklung ist diese Unterstützung enorm wertvoll“, ist Maier überzeugt.

Der erste Pilotauftrag wurde bereits erfolgreich abgeschlossen und wird nun schrittweise ausgebaut. „Eine Galvanik ist über Jahrzehnte gewachsen – da kommt man nicht mit einer fertigen Lösung herein“, sagt Maier. „Wir verankern die Software gemeinsam mit dem Betrieb dort, wo sie den größten Nutzen bringt, und erweitern sie von Anlage zu Anlage. Aus solchen Partnerschaften entsteht über Jahre ein Prozessverständnis, das man nicht einkaufen kann.“ Mittelfristig will secure galvano ai auf diesem Weg einige wenige Betriebe im deutschsprachigen Raum begleiten – bewusst in der Tiefe statt in der Breite.

Praxis-Insights für Unternehmen

Wie die Lösung in der Praxis funktioniert, zeigt Stefan Maier im Rahmen der KI Days Vorarlberg von 28. bis 30. September. Dort präsentiert er secure galvano ai im Rahmen einer Pitch-Session und gibt Einblicke in den konkreten Einsatz Künstlicher Intelligenz in der industriellen Fertigung. „In der Industrie wird über KI viel gesprochen, aber oft zu wenig gezeigt. Ich freue mich darauf, bei den KI Days anhand lebhafter Beispiele zu demonstrieren, welchen konkreten Mehrwert KI in der Praxis schaffen kann“, sagt Maier. Weitere Informationen zu den KI Days gibt es unter: https://www.b2match.com/e/ki-days-2026

Fotos: © Roger Egloff | © Broell Fotografie